Schreiben im Studium

Darstellungsintegration (Tab./Abb./...)

Der Begriff „Darstellungen“ umfasst sowohl Tabellen, Abbildungen, Grafiken als auch Bilder (Fotos, Zeichnungen, Gemälde). Am Kapitelanfang sollte jeweils Text und keine Darstellung stehen. Darstellungen enthalten zumeist verdichtete Information und unterstützen das Textverständnis. Sie ersetzen jedoch nicht den ausformulierten Text. Alle Darstellungen müssen daher einzelnen Textpassagen zugeordnet werden können. Dies erfolgt mittels Hinweisen wie beispielsweise: Die Detailergebnisse sind in Darstellung 9 ersichtlich oder mittels (siehe hierzu Darst. 5). Darstellungen von großem Umfang (vor allem Tabellen) oder von geringer Bedeutung und solche, die für mehrere Abschnitte der Arbeit relevant sind, können im Anhang stimmig platziert werden. Im Fließtext wird darauf beispielsweise mit den Worten Die Tabelle mit den Detailergebnissen findet sich im Anhang auf Seite xyz oder (siehe hierzu Anhang Teil B) hingewiesen.
Für fremde Bilder sollten vorab die Rechte geklärt werden oder es sollten offen lizenzierte genutzt werden. Detaillierte Hinweise dazu finden sich im Kapitel Urheberrecht.

Darstellungen sind mit einer Nummer sowie einem aussagekräftigen Titel zu versehen und mit einer Quellenangabe nachzuweisen. Die Nummerierung ist zumeist durchlaufend, kann aber auch hauptabschnittsweise erfolgen. Der Titel kann entweder oberhalb oder unterhalb der Darstellung angeführt sein. Die gewählte Vorgangsweise ist in der gesamten Arbeit einheitlich umzusetzen. Wird eine Darstellung aus einer fremden Quelle kopiert bzw. gescannt und in die eigene Arbeit eingefügt, können evtl. vorhandene Titelangaben durch eigenständige, einheitliche Angaben ersetzt werden. Quellenangaben werden unterhalb der Darstellung platziert und entsprechend dem gewählten Zitierstil einheitlich gestaltet.

Bitte beachte, dass im Sinne der Barrierefreiheit von Dokumenten eine alternative Bildbeschreibung unter der Darstellung eingefügt werden sollte. Mehr Infos findest du unter "Guidelines Barrierefreie Abschlussarbeiten".

Ein Beispiel: 
Darst. 4: Entwicklung der Marktanteile von 2010-2020. Die Grafik zeigt die Entwicklung der Marktanteile im Zeitraum von 2010 bis 2020. Auf der horizontalen Achse sind die Jahre von 2010 bis 2020 abgetragen, während die vertikale Achse die prozentualen Marktanteile darstellt.

Alternativ kann die ausführliche, alternative Bildbeschreibung direkt im Fließtext in Kombination mit einer Referenz zur jeweiligen Darstellung integriert werden. Sehr ausführliche Bildbeschreibungen könnten als dritte Variante im Anhang deiner Arbeit Platz finden. 

Zitierstilspezifische Beipiele der Darstellungsintegration:

Zitierstil der FH Vorarlberg mit Platzierung des Beleges im Fließtext:

Darst. 20: Induktion und Deduktion
Quelle: Mayer 2002, S. 18

Beim Einfügen des Kurzbeleges mittels Zotero (Zitierstil "Fachhochschule Vorarlberg author-date") wird der gesamte Kurzbeleg automatisch in Klammern gesetzt. Eine optisch stimmigere Quellenangabe wird erreicht, indem beim Erstellen des Kurzbelegs in Zotero „Autor unterdrücken“ ausgewählt und der Autor*innenname selbst hingeschrieben wird:

Quelle: Mayer (2002, S. 18)

Sind in einer schriftlichen Arbeit die Belege in Fußnoten und nicht direkt im Fließtext offengelegt, kann das Fußnotenzeichen direkt nach dem Darstellungstitel eingefügt werden. Dies trifft auf den Zitierstil der FH Vorarlberg mit Platzierung des Beleges in der Fußnote (Zitierstil "Fachhochschule Vorarlberg - note") zu:

Darst. 20: Induktion und Deduktion9

Zitierstil APA:

Darst. 20: Induktion und Deduktion
Quelle: Mayer, 2002, S. 18

Zitierstil IEEE:

Darst. 20: Induktion und Deduktion [entsprechende Referenznummer, S. 18]

Stammen die Darstellungsdaten von der verfassenden Person, kann auf die Quellenangabe verzichtet werden, sofern für die Leser*innen aufgrund des Kontextes oder eines entsprechenden Vermerkes klar ist, von wem diese Darstellungen sind. Ist dies nicht sichergestellt, wird wie folgt auf die eigenen Darstellungen verwiesen:

Quelle: Eigene Ausarbeitung
Quelle: Ausarbeitung durch die verfassende Person
...

Wird eine Darstellung aus einer fremden Quelle übernommen und abgeändert, so ist darauf hinzuweisen:

Quelle: In Anlehnung an [entspr. Beleg einfügen]
Quelle: [entspr. Beleg einfügen]; gekürzte Fassung
Quelle: [entspr. Beleg einfügen]; geringfügig abgeändert durch die verfassende Person
...

Werden Daten aus einer fremden Quelle genutzt und damit eine Darstellung eigenständig gestaltet, kann beispielsweise wie folgt darauf hingewiesen werden:

Quelle: [entspr. Beleg einfügen]‚ eigene Bearbeitung
Quelle: Eigene Ausarbeitung basierend auf [entspr. Beleg einfügen]
...

Darstellungen sollten einheitlich, bedeutend, aussagekräftig, selbsterklärend und leicht verständlich sein. Alle Gestaltungselemente sind daher bewusst auszuwählen, inhaltsleere Elemente haben darin keine Berechtigung: Die auffälligste Farb- und Musterwahl sollte dem wesentlichsten Objekt zugeordnet werden, die Reihenfolge der Ausprägungen die beabsichtigte Aussage unterstützen etc.
Anmerkungen zu einer Darstellung sind unterhalb der Quellenangabe zu platzieren. Dabei werden Anmerkungen, welche sich auf die gesamte Darstellung beziehen vor den speziellen Anmerkungen gestellt. Bei den speziellen Anmerkungen wird mittels hochgestellter Kleinbuchstaben auf den Darstellungsausschnitt verwiesen, auf den sich diese Anmerkung bezieht (siehe folgendes Beispiel):

Darst. 22: Phasenübergänge und Schmelzentropie
Quelle: Huggins 2010, S. 24 (geringfügig abgeändert durch die Verfasserin)

Anmerkung: Mit Materialien, welche einen fest-fest-Übergang bei Temperaturen unter 600°C aufweisen.
a Unter Normalbedingungen bestimmt.

Zentrale Darstellungstypen sind Tabelle und Diagramm (Kreis/Ring/Torte, Netz, Balken, Säule, Linie, Punkt). Im Textteil sollten Tabellen genutzt werden, wenn sie die Zahlen verständlicher ausdrücken als Diagramme. Dabei ist zu beachten, dass Zahlen spaltenweise leichter verglichen werden können als zeilenweise. Kreis-, Ring- und Tortendiagramme stellen jeweils Teile eines definierten „Ganzen“ dar, wobei an der 12-Uhrlinie entweder der wichtigste oder der größte Sektor platziert wird. Wie bei Netzdiagrammen sollten maximal 7 Sektoren bzw. Dimensionen eingetragen sein. In Balken- und Säulendiagrammen können je Balken/Säule entweder nur eine oder mehrere (gestapelt) Ausprägungen dargestellt werden. Dabei sollten die Abstände zwischen den Balken/Säulen jeweils kleiner als deren Breite sein. Histogramme sind besondere Säulendiagramme, bei denen die eingefasste Fläche der jeweiligen Häufigkeit entspricht. Liegen genügend Messpunkte vor, können die Messpunkte einer Punktwolke zu einem Liniendiagramm verbunden werden.

Darstellungen müssen selbsterklärend sein, bei der Beschriftung ist daher genaues und systematisches Vorgehen gefordert. Abszisse und Ordinate sind von klein nach groß zu skalieren. Die Häufigkeit der Teilung der Koordinatenachsen hängt von der Aussageintention ab und sollte nur weggelassen werden, wenn kein quantitativer sondern ein qualitativer Zusammenhang dargestellt werden soll. Die unabhängige Variable wird zumeist auf der Abszisse, die abhängige auf der Ordinate eingetragen.

Die genannten Diagramme eignen sich unterschiedlich gut zur Vermittlung bestimmter Informationsinhalte. Es empfiehlt sich die in der folgenden Tabelle dargelegte Schrittfolge zur Darstellungserstellung zu nutzen:
  • Zunächst ist festzulegen, welche Aussage die Darstellung unterstützen soll (1). 
  • Dann ist zu bestimmen, welcher Vergleich dieser Aussage zugrunde liegt (2). 
  • Und in der Zelle rechts von dieser Vergleichsart ist dann der stimmige Diagrammtyp genannt (3).

Darst. 23: Schrittfolge zur Wahl geeigneter Diagrammtypen
Quelle: Zelazny 2006, S. 33-97, eigene Bearbeitung.