Phase 3 // Konkrete Frage formulieren

Startet am 5. Feb. // Gemeinsame Frage ins Whiteboard bis 6. Mrz.

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Großartig an einem Standpunkt ist, dass man auf ihm stehen und ihn verändern kann! Warum sollte man auf ihm klebenbleiben?

– Bruno Latour (2007) –

Liebe Teilnehmende des Ko:Labs Future Skills.

Oft habe ich sehr schnell Ideen. Warum sie nicht umsetzbar sind, kommt mir meist noch schneller in den Sinn – zu viele Rahmenbedingungen, zu wenig Ressourcen, zu viele äußere Hürden. Vielleicht geht es euch manchmal ähnlich? Dabei frage ich mich immer öfter, ob es nicht auch eine Frage der Perspektive ist.

Das Zitat von Bruno Latour bezieht sich darauf, dass Astronom:innen von der Erde aus eigentlich nur eine sehr eingeschränkte Perspektive haben. Mithilfe ihrer Instrumente gelingt es ihnen jedoch, die gesamte Galaxie zu zeichnen. Auch in der Theorie U richtet sich unser Blick auf das „System da draußen“. Zugleich zeigt sich, dass Beobachtung mehr ist als ein Blick nach außen: Immer wieder gilt es, den Beobachtungsstrahl umzudrehen und uns selbst in unserem Umfeld wahrzunehmen.

Genau in diesem Wechsel zwischen Außenblick und Selbstwahrnehmung entstehen oft neue Möglichkeiten. Nicht, weil wir eine ferne Zukunft entwerfen, sondern weil wir im Hier und Jetzt genauer hinschauen, zuhören und wahrnehmen, was sich bereits  verändert – und was nicht mehr trägt.

Frage der Phase 3:
Wo würde jede und jeder von uns gern etwas Neues ausprobieren? Welche Hürden sehen wir dabei? ... und welche gemeinsame Frage kann daraus entstehen, die neue Möglichkeiten für unsere Lern- und Arbeitswelten eröffnet?

Nehmt euch in den nächsten Tagen Zeit, die Reflexionsfragen für euch selbst zu beantworten. In den kommenden Wochen seid ihr eingeladen, zunächst eigene Fragen zu formulieren, die den Ideenraum erst einmal weit öffnen. Gegen Ende der Phase entsteht in den Kleingruppen daraus eine gemeinsame Frage, die uns als Ausgangspunkt für unser nächstes Treffen dient.

Viel Freude beim FRAGEN!
Vicky

Aufgabenstellung

Vom Nachwirken zum Wirken ...

Lernziel

Diese Fragen greifen eure Beobachtungen der letzten Wochen auf und helfen, sie zu ordnen. Beim Beantworten wird sichtbar, was sie mit euch selbst zu tun haben und wo in eurem eigenen Umfeld Potenzial für Ideen liegt.

Aufgabe

  • Nehmt euch 15 bis 20 Minuten Zeit
  • Schreibt zu den folgenden Fragen ohne abzusetzen
  • Denkt nicht zu viel nach – schreibt, was euch in den Sinn kommt
  • Schreibt zu jeder Frage so lange, bis ihr merkt, dass der Gedankenfluss langsamer wird und geht dann zur nächsten Frage weiter

5 Fragen

1. Blick zurück
Wenn du auf die letzten Wochen zurückblickst: Was ist dir über dein Lern- oder Arbeitsumfeld klarer geworden?

2. Blick zu dir
Was hat dich an deinem eigenen Tun oder Denken in dieser Zeit überrascht?

3. Blick in die Gegenwart
Wie sieht dein Arbeitsalltag aktuell konkret aus? Wie lernst du Neues? Welche Future Skills kommen dabei – bewusst oder unbewusst – zum Einsatz?

4. Blick nach innen
Wie geht es dir damit?

5. Blick nach vorn
Wenn du selbst etwas in deinem Tun oder Arbeitumfeld anders gestalten könntest, was wäre das?

Den Fragen auf dem Weg zu den Ideen folgen …

Lernziel

Ihr lernt, dass es sich dort, wo eigene Überlegungen auf reale Hürden treffen, lohnt zu fragen: „Wie könnten wir …?“ Diese Fragen öffnen den Blick auf weitere Möglichkeiten, ohne beim Problem stehen zu bleiben oder bereits Lösungen vorwegzunehmen.

Aufgabe

  • Denkt an das, was ihr gern anders gestaltet würdet. Wo wird es in unseren Lern- und Arbeitswelten an der FHV herausfordernd, das einfach umzusetzen?
  • Notiert euch: Welche Hürden tauchen auf? Warum ist das so?
  • Leitet daraus mehrere Fragen im Stil „How Might We (…), damit (…)?“ ab.
    Wichtig: Die Fragen beschreiben kein Problem und enthalten keine Lösung.
  • Nutzt das Whiteboard um eure „How Might We”-Fragen zu sammeln.

GUT ZU WISSEN

Das Whiteboard ist kein Abgabeformat, sondern ein gemeinsamer Denk- und Austausch-Raum. Er dient als Unterstützung, um individuelle Gedanken festzuhalten, zu sammeln und miteinander zu teilen. Es kann Grundlage für eure Treffen in den Kleingruppen sein – oder, wenn ein Treffen zeitlich schwer möglich ist, als digitaler Austausch-Raum dienen.

Vom Eigenen zum Gemeinsamen …

Lernziel

Ihr macht die Erfahrung, bei euren eigenen Fragestellungen einen Schritt zurückzutreten und gedanklich Raum für andere Perspektiven zu öffnen. Dabei wird für euch erfahrbar, wie sich Fragen im Austausch mit anderen verändern und welche gemeinsamen Fragen daraus entstehen können.

Aufgabe

  • Einen Überblick über eure individuellen Fragen gewinnen:
    • Lest eure „How Might We”-Fragen im Whiteboard
    • Ordnet die Fragen nach inhaltlicher Nähe
    • Überlegt: Wo zeigt sich ein gemeinsamer Kern?
  • Eine gemeinsame „How Might We”-Frage finden:
    • Formuliert daraus eine gemeinsame „How Might We“-Frage, mit der ihr im Reflect & Act-Termin als Team weiterarbeitet
    • Eure individuellen Fragen könnt ihr gern unabhängig vom Reflect & Act-Termin selbstständig weiterverfolgen

GUT ZU WISSEN

Die Einträge im Whiteboard sind nicht zum Bewerten oder Vergleichen gedacht, sondern machen sichtbar, was sich bei euch in den letzten Wochen entwickelt hat. Vor dem nächsten Präsenz-Termin lohnt sich ein Blick hinein, um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Gedanken und Richtungen in den einzelnen Kleingruppen entstanden sind.

Wo stehen wir gerade – gemeinsam?

Ihr kennt das sicher aus eurem Arbeits- und Lehralltag 

...und es war in Phase 2 auch gut wahrnehmbar: Nicht immer können alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein. Unterschiedliche Verpflichtungen, volle Kalender und äußere Anforderungen wirken hinein. Und auch wenn wir in Kleingruppen arbeiten, macht doch jede und jeder außerhalb davon eigene Erfahrungen – durch Gespräche, andere Gruppen und neue Perspektiven, sodass sich die eigenen Gedanken weiterentwickeln.

Spannend wird es, wenn wir wieder zusammenkommen – dann treffen unterschiedliche Zwischenstände aufeinander.

Die Frage ist:

  • Wie finden wir gedanklich wieder zusammen?
  • Was braucht es, damit ein gemeinsamer Stand entstehen kann?
  • Was braucht es, damit wir von dort aus gemeinsam weiterdenken und weiterarbeiten können?

Für alle, die mehr über die Formulierung wissen möchten:

Hier findet ihr eine 11-minütige Erklärung in englischer Sprache, wie ihr „How Might We“-Fragen kreativ formulieren könnt.

YouTube-Video: HOW MIGHT WE Questions for Powerful Problem-Solving (2021)

Hier findet ihr eine kompakte Erklärung mit ca. 5 Minuten Lesezeit, die zeigt, was diese Art von Fragen ausmacht, wo sie eingesetzt werden und worauf bei der Formulierung zu achten ist.

Blog-Post: How-might-we-Fragen – Was sind sie und wie nutzen wir sie effektiv? (2023)