LE 6 // Patient:innen- & Self-Empowerment
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Liebe Studierende,
Die Chancen von Digital Health für sich nutzbar zu machen, hat viel mit Eigenverantwortung für die Gesundheit zu tun.
Anders formuliert: Man braucht eine hohe intrinsische Motivation, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen und Verantwortung für ihre Erhaltung und Pflege zu übernehmen.
Als Gesundheits- und Pflegefachkraft kann es künftig auch zu deinem beruflichen Rollenbild gehören, Patient:innen bzw. zu Pflegende in der Übernahme ihrer Selbstverantwortung zu unterstützen und ihnen zu zeigen, wie sie digitale Technologien für ihre persönlichen Ziele einsetzen können.
Selbstpflege ist ein Schlüssel zur guten Fremdpflege, da sie die Gesundheit und Handlungsfähigkeit der Pflegenden beeinflusst.
Lern-Aktivititäten zum Thema »Selbstpflege«
Ein Modell der Selbstpflege – nach Dorothea E. Orem
Fakten kompakt
- Dorothea E. Orem – eine bekannte Pflegetheoretikerin – entwickelte das Modell der Selbstpflege. Dieses Modell betont die Bedeutung der eigenen Handlungsfähigkeit.
- Selbstpflege umfasst bewusste und gezielte Handlungen, die darauf abzielen, Leben, Gesundheit, Entwicklung und Wohlbefinden zu erhalten, wiederherzustellen oder zu verbessern.
- Es ist wichtig, dass eine Person in der Lage ist, für ihre eigene Pflege zu sorgen. Dies beeinflusst auch die Qualität der Fremdpflege.
GOOD TO KNOW
Selbstpflege nach Dorothea E. Orem bedeutet nicht nur, die Verantwortung für die Pflege von hilfebedürftigen älteren Menschen ernst zu nehmen und deren eigene Selbstfürsorge zu bestärken, sondern eben auch für die eigene Pflege ausreichend zu sorgen: etwa für genügend mentalen und physischen Ausgleich.
Literatur zum Thema
Ehrenberg, A. (2004):
Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart.
Frankfurt: Campus Verlag.
Orem, D. E.; Hartweg, D. L. (1991):
Self-Care Deficit Theory. London: Sage Publications.
Orem, D. E. (1985):
Nursing: Concepts of Practise. New York: McGraw-Hill.

Wie geht es euch mit dem Thema »Selbstfürsorge«?
Aufgabe zur Selbst-Reflexion
- Nehmt euch Zeit, über eure aktuellen Gewohnheiten und Routinen nachzudenken.
- Beantwortet folgende Fragen und haltet die Antworten für euch fest.
• Übernimmst du gerne Verantwortung für deine eigene Gesundheit?
• Was ist Gesundheit und Wohlbefinden für dich persönlich?
• Was hilft dir dabei, dich um dich zu kümmern? Was hemmt dich? - Schaut nach einer gewissen Zeit (zum Beispiel nach einem Tag) eure Gedanken noch einmal an und nehmt gegebenenfalls Ergänzungen oder Anpassungen vor.
- Überlegt euch ob und was ihr gerne verändern würdet – in Bezug auf eure Selbstpflege und wer oder was euch dabei helfen kann.
- Schaut euch die Anregungen im PDF unten an und prüft, ob ihr etwas für euch mitnehmen könnt.
Anregungen zur Selbstfürsorge
Die Broschüre »Selbstfürsorge und Teamresilienz« der Pädagogische Hochschule Niederösterreich bietet Anregungen für die Selbstfürsorge. Auch wenn es sich an Elementarpädagog:innen richtet, können die Anregungen leicht auf andere Kontexte adaptiert werden. Schaut mal rein – vielleicht könnt ihr sogar für euch selbst etwas mitnehmen...
Technologien – als Werkzeuge für die Selbstpflege?
WICHTIGER HINWEIS
Technologien können nützliche Werkzeuge der Selbstpflege sein. Sie können unterstützen, ersetzen aber nicht die persönliche Verantwortung für die Selbstpflege.
In Folge stelle ich euch einige Online-Angebote vor. Weitere qualitätsüberprüfte Apps findet ihr im DiGa-Verzeichnis des Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Gesundheits-Apps und Wearables
Mobile Apps und tragbare Geräte (wie Fitness-Tracker) ermöglichen es, Gesundheitsdaten zu überwachen. Sie verfolgen Schritte, Schlafmuster, Herzfrequenz und mehr. Diese Technologien helfen, Bewegung, Ernährung und Schlaf zu optimieren.
Telemedizin und Online-Konsultationen
Technologien ermöglichen es, medizinische Fachkräfte online zu konsultieren. Dies ist besonders nützlich für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder in ländlichen Gebieten. Telemedizin kann den Zugang zu Gesundheitsdiensten verbessern. In Chat-Beratungen ist zum Teil auch eine anonyme Anfrage möglich was die Hemmschwelle für die Anfrage senken kann.
Ernährungs- und Koch-Apps
Apps bieten Rezepte, Ernährungstipps und Einkaufslisten. Sie helfen, eine ausgewogene Ernährung zu planen.
Entspannungs- und Schlaf-Apps
Es gibt Apps mit beruhigenden Klängen, Schlafzyklen und Entspannungstechniken. Sie unterstützen bei der Verbesserung der Schlafqualität.
Online-Communitys und Foren
Technologien ermöglichen es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Dies kann emotionalen Support bieten und das Gefühl der Verbundenheit stärken.
Jetzt geht es zum »Onlinecampus Pflege« ...
Aufgabe
- Bitte bearbeitet das Learning Nugget vom »Onlinecampus Pflege«, das am Ende dieser Seite verlinkt ist.
- Lest euch die Patienten-Info »Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps« durch.
- Bitte beantwortet anschließend folgende Fragen und haltet die Antworten für euch fest.
• Nutzt du bereits Technologien in der Selbstpflege?
• Welche Empfehlungen würdest du anderen Menschen für die sorgsame Nutzung dieser Technologien mit auf den Weg geben?
• Wo denkst du, ist die Technologie auch eher hinderlich bei der Selbstfürsorge? Warum?
Patienten-Info lesen
Die Patienten-Information anbei liefert euch wichtige Einsichten zur Bearbeitung des Learning Nugget. Mit dem Learning Nugget und diesem PDF erhaltet ihr einige Anregungen zur Selbstpflege und welche Rolle Apps in diesem Zusammenhang spielen können.
Learning Nuggets bearbeiten
Nachdem ihr bereits einige Learning Nuggets auf dem Onlinecampus Pflege bearbeitet habt, solltet ihr vom letzten Mal noch angemeldet sein. Falls nicht, loggt euch einfach mit euren Zugangsdaten erneut ein. Dieses Mal erwarten euch 1 Learning Nugget zum Thema »Bewertung von Gesundheitsapps«. Denkt daran, euch wichtige Informationen für euren Berufsalltag zu notieren – ganz wie in einer Vorlesung!
Lern-Aktivititäten zum Thema »Patient:innen-Empowerment «
Patient:innen-Empowerment – mit digitalen Anwendungen?
Aufgabe
- Bitte hört euch meine Online-Vorlesung an. Darin wird ein Fallbeispiel behandelt, das aufzeigen soll, wie Technologien eingesetzt werden können, um Patient:innen zu empowern.
- Bitte reflektiert folgende Fragen und haltet die Antworten für euch fest.
• Welchen Mehrwert bietet die Technologie für das Gespräch?
• Was könnte für die Jugendlichen belastend sein?
• Über welche Kompetenzen müssen Pflegefachkräfte bzw. Diabetologen:innen verfügen, um die Patient:innen in ihrem Selbstmanagement zu unterstützen?
Online-Vorlesung
- Fallbeispiel Diabetes
- Beispiel: Ambulatorisches Glukoseprofil
- 8 Schritte der gemeinsamen AGP-Datenanalyse
Files
Eine App – um die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern?
Aufgabe
- Seht euch das folgende Video an, indem Studierende ihre App-Entwicklung und die Motivation dazu vorstellen.
- Lest euch bei Interesse bitte auch die Webseite zum Projekt durch.
Infos zum Projekt
Hier ein Hinweis auf eine App, die Studierende der Universität Calgary entwickelt haben. Die App kann dabei helfen, die Kommunikationsfähigkeit von Patient:innen zu verbessern.
Link zum Projekt-Bericht
»UCalgary students create app to help medical students learn how to talk to patients«
App gives feedback on communication skills, incorporating same rubric used in medical education program
Kelly Johnston, Cumming School of Medicine (Sep. 2023)

CP: Johanna Eppler (FHV, HCT)




