Synthese und Vergleich

Tabs

Synthese und Vergleich

Die drei Arbeitsphasen bilden einen verbundenen und rekursiven Bearbeitungszusammenhang. 
Die Synthese macht Unterschiede, geprüfte Übergabeartefakte und mögliche Rücksprünge sichtbar.
Die nummerierten Prozessimpulse bleiben eine Orientierung und keine verbindliche lineare Abfolge.

Was du aus den drei Phasen mitnimmst

Nach den drei Phasen hast du folgende Elemente erarbeitet:

  • eine begründete Problemdefinition mit Scope-Grenzen (Phase 1),
  • einen quellen- und fundstellengebundenen Literaturkorpus (Phase 2),
  • eine argumentationsfähige Gliederung mit geklärten Begriffen und Definitionen (Phase 3),
  • drei Entscheidungsprotokolle, die deine Denkrichtung dokumentieren.

Kernprinzip

Die Phasen verlaufen nicht linear. Rechercheergebnisse können eine erneute Eingrenzung auslösen, Konzeptarbeit kann weitere Quellen erfordern, und die Kohärenzprüfung kann frühere Entscheidungen infrage stellen. Die Matrix ist ein iteratives Arbeitsmodell.

Dimension

Phase 1 ·
Definieren

Phase 2 ·
Recherchieren

Phase 3 ·
Konzipieren

Zieloutput

Problemkern, Scope, erste Forschungsfrage

Suchlog, Literaturkorpus, Aussage-Quellen-Tabelle

Diskurskarte, Begriffsregister, Konzeptmodell, Gliederung

Epistemischer Prozess

Problemraum öffnen und schließen

Suchraum definieren, Quellen prüfen, Evidenz sichern

Begriffe klären, Deutungen vergleichen, Argumentstruktur bilden

Denkmodi

problemlösend /
kritisch-reflektierend

analysierend /
evaluativ

interpretierend /
konzeptuell

KI-Rolle

Sparringpartner

Suchcoach und Prüfauftragsgenerator

Theorie- und Gliederungscoach

Zentrale Gefahr

vorschnelle Themenfestlegung

Scheinevidenz und erfundene Quellen

Scheinkohärenz und unbelegte Begriffe

Prüfregel

Problemvariante begründen

keine Aussage ohne Quelle und Fundstelle

kein Konzept ohne Aussage-Quellen-Kohärenz

Entscheidungsprotokoll

Warum dieses Problem?

Warum diese Quellen?

Warum diese Konzeptlinie?

Phase

Kernpfad

Prompting Strategien (Auswahl)

Prüfpfad

1 · Definieren

Interesse → Problemvarianten → Scope → Problemdefinition → Evidenzfragen

Socratic Questioning (1), Tree-of-Thought (2), Devil's Advocate (3), Decision Table (4), Self-Critique (5)

Relevanz, Machbarkeit, erste Evidenzfragen

2 · Recherchieren

Suchfokus → Suchstrings → Screening → Korpus → Aussage-Quellen

Concept-to-Keyword Mapping (1), Query Engineering (3), Screening Prompt (4), Gap-Map (6), Aussage-Quellen-Zuordnung (8)

reale Quelle, Volltext, Fundstelle

3 · Konzipieren

Diskurs → Begriffe → Modell A/B → Aussagen → Gliederung

Discourse Mapping (1), Concept Clarification (2), Concept-to-Model Mapping (3), Reverse Outline (5), Self-Consistency (6)

Aussage-Quellen-Gliederung-Kohärenz

Jede Phase schließt mit Zieloutput-Artefakten ab. Es überträgt zwei Dinge in die nächste Phase:

  • Instruktionen (Entscheidung + Begründung), um die Denkrichtung vorzugeben.
  • Informationen (geprüfte Quellen mit Fundstelle, Begriffsdefinitionen), um gesicherte Inhalte weiterzureichen.

Beispiel: Eine Begriffsdefinition, die in Phase 2 aus einer geprüften Quelle extrahiert wurde, fließt in Phase 3 als Arbeitsdefinition ein – quellengebunden, nicht als KI-Vermutung.

Adaptierbare Prozessimpulse und metakognitive Regulation

Je elaborierter die operative Steuerung, desto stärker kann sie wissenschaftliche Qualität fördern – und desto eher wird sie als komplex erlebt. Deshalb werden die operative Steuerung von LLMs im Sinne von adaptierbaren Prozessimpulsen verstanden, die auf einer metakognitiven Ebene selbst reguliert werden müssen. Menschliche Prüfung bleibt auch bei elaboriertem Context Engineering unverzichtbar.

Überblick | Prozesskette

Phase „Aufeinander bezogene Phasen“ × Denkart „Definieren → Recherchieren → Konzipieren“

Lernziele

  • die drei Phasen nach Zieloutput, Denkmodi und Prüfregel unterscheiden,
  • das Entscheidungsprotokoll als Kontext der nächsten Phase einsetzen,
  • den rekursiven Charakter des Arbeitsprozesses erkennen,
  • die eigene Prüfverantwortung in jeder Phase wahrnehmen.